Windeck-Leuscheid, im Oktober 2019

Turbo-Lesen nannten Journalisten im ersten Jahrgang des FOCUS 40/1993, Seite 132, das von den Eheleuten Rotraut Hake-Michelmann und Walter Uwe Michelmann in Windeck an der Sieg gelehrte Schnell-Lesen: Die Geschwindigkeit beruflichen Lesens wird um das Zehnfache und höher gesteigert. In dem notwendig aufwendigen Individualkurs, dem Leseschulungsprogramm 2 der Schnell-Lesen-Praxis Michelmann, TURBO-LESEN-TRAINING genannt, wird diese Fertigkeit, das Turbo-Lesen, zusätzlich zu dem herkömmlichen Lesen erlernt.

Das Turbo-Lesen: Eine Erste Evaluation
ISBN 978-3-9810018-2-2; erscheint 2020


Die Textbild-Methode: lesen • denken • lernen
ISBN 978-3-9810018-3-9; erscheint 2019
Lesen-Innovation

»Das Turbo-Lesen: Eine Erste Evaluation«

Ein erster Einstieg | Lesen in »unmöglichen Geschwindigkeiten«

Von Rotraut Hake-Michelmann
und Walter Uwe Michelmann


Eingangs eines im März 2001 von uns veröffentlichten Buches mit dem Thema »Berufliches Lesen kann geschult werden« schrieben wir, daß wir eine US-amerikanische Schnellleselehrmethode der 50er Jahre weiterentwickelt haben. Wir beschreiben dort einen Individualkurs, den wir »Turbo-Lesen-Training« nennen. Dieses »Turbo-Lesen« genannte Schnell-Lesen lehren wir als Ergänzung zu dem herkömmlichen Lesen. Mit mindestens zehnfacher Geschwindigkeit des Üblichen werden damit auch komplexe Fachtexte gelesen.

Wer davon noch nie etwas gehört hat, winkt zumeist ab. Um dem entgegenzuwirken, erwähnten wir sogleich am Anfang des Trainingsbuches die 1999 als gemeinnützig mit dem Vereinszweck »Forschung & Wissenschaft« gegründete »DGfbL | Deutsche Gesellschaft für berufliches Lesen e.V.«, welche dieses Buch hier herausgibt.

»Reading at impossible speeds« lautet der Titel eines 1969 die amerikanische Schnellleselehrmethode »Dynamic Readings« beschreibenden Beitrags in der damals erscheinenden psychologischen Fachzeitschrift »Journal of Reading«.

Das sehr erklärungsbedürftige Turbo-Lesen in unserem auch für das Selbststudium geeigneten Trainingsbuch zur Verbesserung des herkömmlichen Lesens doch lieber wegzulassen riet uns im Dezember 2000 eindringlich der Verlagslektor FALKEN nach dem Redigieren unseres Manuskripts »Das Trainingsbuch«. Schließlich bekämen Studierende und Berufstätige eine zwar wirkungsvolle Lese- und Lernsystematik an die Hand, zudem viele neue Informationen, aber das richtige Schnell-Lesen, das Turbo-Lesen könne man ja wohl im Selbststudium nicht erlernen. Wir aber wollten auf den Hinweis nicht verzichten, daß wir dieses Schnell-Lesen lehren. Stammen doch im wesentlichen aus dieser inzwischen mehr als dreißig Jahre währenden Berufstätigkeit unsere Kenntnisse und Erfahrungen, die wir in der Arbeit für das berufliche Lesen einsetzen.

Der renommierte Hochschullehrer, welcher 1994 zu unserem Erstlingswerk »Effizient lesen - das Know-how für Zeit- und Informationsgewinn« das Geleitwort schrieb, hatte damit leider kein Gutachten zu der Frage verfaßt, ob es überhaupt möglich sein könne, mit zehnfacher und höherer Geschwindigkeit des Üblichen genau zu lesen. Interessant fand er unsere medizinisch-psychologischen Modelle, mit denen wir das erklären. Viele Dinge über das Lesen habe er ganz neu gesehen, schrieb er als freundliches Geleit.

Doch auf Fragen von Journalisten oder Interessierten an unserer Arbeit, was denn er als Fachmann von dem Turbo-Lesen halte, antwortete er stets vorsichtig; zum Beispiel, daß er es selbst zwar nicht beherrsche, aber in all den Jahren nichts Nachteiliges über uns gehört habe, so daß er annehme, daß unsere Arbeit am beruflichen Lesen ernst genommen werden könne.

Gegenwärtig sei das schnelle Lesen theoretisch so unmöglich wie praktisch geläufig, war 1974 in einem Lehrbuch der Kognitionspsychologie zu lesen. Dieser Widerspruch ist bis heute nicht aufgelöst. Der gemeinnützige Verein »Deutsche Gesellschaft für berufliches Lesen e.V.«, der sich wissenschaftlich mit den Grundlagen und Neuerungen der Lesefertigkeit befaßt, arbeitet an der Auflösung des Widerspruchs. In der Satzung der Gesellschaft ist zur Erfüllung des Vereinszwecks die Herausgabe einer Fachzeitschrift verankert. Als Vorbild dient das »Journal of Reading«, in dem 1969 Aufsätze unter anderem zu dem Thema »impossible speeds« veröffentlicht wurden. Lediglich eine erste Ausgabe der »Fachschrift für Lesen-Innovation & Ergonomie-Studien - L.I.E.S.« zu veröffentlichen gelang der gemeinnützigen Gesellschaft bisher.

Mit fundierten Geschichten und ein wenig Systematik wagen die Auoren in diesem Buch hier eine erste Bewertung der Fertigkeit »Turbo-Lesen« und wie sie geschult und angewandt wird. Den Titel dieses Buches »Das Turbo-Lesen« verdanken wir Journalisten. Die Titelei »Turbolesen: Lesebeschleunigung im Beruf« des im Jahre 2001 erschienenen Trainingsbuchs, mit welchem berufliches Lesen lediglich in den Grenzen herkömmlichen Lesens verbessert und manchmal auch ein wenig beschleunigt werden kann, sollte die Namensgebung »Turbolesen/Das Turbo-Lesen« schon einmal ein wenig schützen.



Schnell-Lesen: Fluch oder Segen?


Aus »Forschung und Lehre« 1/1998 • mit freundlicher Genehmigung der Redaktion »Mitteilungen des Deutschen Hochschulverbandes • DHV«

P r o

Von Walter Uwe Michelmann • Diplom-Pädagoge • Schnell-Lesen-Praxis

Wer beruflich viel lesen muß, kann das mit einer besonderen Technik bis zu 40 mal schneller als normalerweise tun. Bis zu 16.000 Wörter in der Minute können mit der Schnell-Lesen-Methode erfaßt werden. Ein Normalleser schafft dagegen 240 bis 960 Wörter in der Minute. Geübte Berufsleser bewältigen zwar das Doppelte, höchstens das Vierfache, mit Techniken und Strategien eines effizienten Lesens und nach einem einfachen Prinzip: Übung macht den Meister, also lesen, lesen und nochmals lesen, möglichst im eigenen Fachgebiet - und gelegentlich das Lesen pflegen, durch mehrminütiges lautes Vorlesen mit Satzmelodie und Sprachmusik. Doch dann ist jedem eine natürliche Grenze gesetzt, die bei dem Vierfachen des Naturtempos von 240 Wörtern pro Minute liegt. Diese Grenze wird von der Schnell-Lesen-Methode aufgelöst.

Bei dieser Methode schwingt der Zeigefinger der Schreibhand über die Zeilen und die Augen folgen. Anstatt wie beim normalen Lesen je Viertelsekunde nur ein bis vier Wörter pro Blick aus der Zeile zu verarbeiten, versteht der Kopf den Text als Bild und erfaßt so - je nach Druckbild - bis zu 40 Wörter. Das natürliche Blickfeld der Augen ist etwa so groß wie ein Fünfmarkstück. Der über den Text schwingende Zeigefinger erzeugt einen Bewegungsreiz, dem die Augen folgen. Dies ersetzt die neurophysiologische Steuerungsfunktion, die beim Normallesen das Mitsprechen erfüllt (selbst bei stiller Lektüre lassen sich nach Angaben von Neurologen noch Muskelbewegungen im Mundbereich erkennen). Die Wahrnehmung gelangt am Sprechzentrum vorbei viel schneller ins Verstehenszentrum des Gehirns. Das Schnell-Lesen ist eine Konditionierung, die nicht im Selbststudium erreicht wird, sondern lediglich in einem notwendig aufwendigen Einzeltraining.

Die Anfänge gehen auf das »Dynamische Lesen« der Amerikanerin Evelyn Wood zurück, die Präsident John F. Kennedy darin unterrichtet haben soll. Heute liegt das Schnell-Lesen ganz im Trend der Zeit.

In den Buchhandlungen gibt es Dutzende von Ratgebern, für allgemeines Gedächtnistraining, Gehirn-Jogging für Senioren u.v.a.m. Die meisten haben dem schnelleren Lesen ein Standardkapitel gewidmet. Die Nachfrage nach solchen Büchern ist enorm. Normalerweise beziehen sich solche Ratschläge, mehr oder weniger qualifiziert, eher auf Leseoptimierung. Die Turbo-Lesen-Technik geht darüber hinaus, indem sie den Lesevorgang vom Sprachzentrum abkoppelt.

Extrem-viel-Leser haben zwar ihr Lesen im Beruf meist schon gut organisiert. Wenn sich das Ungelesene dann trotzdem auf dem Schreibtisch türmt, versuchen manche, einfach schneller zu lesen. Wer sich durch den Text hetzt, riskiert aber, daß er flüchtig liest. Durch solche und andere nicht geeignete Verfahren sowie im Selbstversuch laufen selbst erfahrene Leser Gefahr, Störungen zu erleiden, die dann als Konzentrationsschwäche fehlgedeutet werden - oder es wird sogar die Lesefertigkeit gefährdet. Wenn gewährleistet sein soll, daß das Schnell-Lesen mit zehn- bis vierzigfachem Tempo funktioniert und herkömmliches Lesen störungsfrei erhalten bleibt, muß der Lernprozeß intensiv, zumeist über Monate begleitet werden.

Ein entscheidender Einwand gegen das Turbo-Lesen lautet, daß Genuß und Entspannung bei der Beschäftigung mit Text wegfalle. Erleben und Gefühle rücken in der Tat beim Schnell-Lesen in den Hintergrund. Allerdings ist dies ganz im Sinne der Anwender des Turbo-Lesens; vielbeschäftigte Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater u.a.m., die froh sind, sich nicht mit Emotionen während ihrer Tätigkeit belasten zu müssen. Dies erlaubt ihnen klarere Übersicht und Urteilsfähigkeit. Mit dem Turbo-Lesen soll ja auch nur ein kürzerer Weg zur Effizienzsteigerung geboten werden, und die läßt sich nun mal auch ohne viel Phantasie oder Kreativität bewerkstelligen, am schnellsten sogar sprachlos.

Von Rotraut Hake-Michelmann und Walter Uwe Michelmann ist 1995 der Band »Effizient lesen« im Wiesbadener Gabler-Verlag erschienen.

C o n t r a

Von Professor Dr. Klaus Ring, Geschäftsführer der Stiftung Lesen in Mainz

Fluten von Daten auf dem Bildschirm, Anwandlungen von Verzweiflung angesichts der sich rechts und links auf und neben dem Schreibtisch häufenden Stapel von Büchern, Zeitschriften, Examensarbeiten, die alle gelesen werden wollen oder gar müssen; Belletristik, deren Titel einen mittlerweile schon trauerumflort anzuschauen scheinen, weil sie sich seit Monaten verschmäht fühlen - wer kennt das nicht, und wer kennt eigentlich die Rezepte, damit fertigzuwerden? Kein Problem mehr für die Zukunft, denn es gibt die Methode des „Effizienten Lesens”, die einem in solchen Situationen weiterhilft, oder!?

240 Worte pro Minute, das ist die Leistung des traditionellen Lesers, zu der einem die Schulausbildung verhilft. Viel zu wenig für die heutige Zeit, in der man es auf vierhundert Seiten in 40 Minuten oder zehntausend Wörter pro Minute bringen kann.

Das klingt natürlich sehr effizient; vielleicht ist es in der Tat auch so. Leider konnte ich allerdings nicht herausfinden, was „Effizienz” eigentlich bedeutet. Ein Schlüsselsatz mag der sein, in dem Buchästheten empfohlen wird, das folgende und durchaus wichtige Kapitel zu überschlagen. Ich ahne, was gemeint ist. Vielleicht muß ich mich selber zu dieser Gruppe zählen, auch wenn man sich in diesem Zusammenhang ungern auf einen Begriff reduzieren läßt, der einem eher bescheinigt, nicht ganz von dieser Welt zu sein. Ästhet und Tempo-Fanatiker passen schlecht zueinander. „Schnell-Lesen nützt lediglich dem Extrem-Viel-Leser im Beruf”, auch das könnte ein Hinweis sein; und an anderer Stelle: „Grenzgänger lesen gefährlich”, was sagen will, daß aufpassen muß, wer sich aus „Schnell-Lesen-Können-Fähigkeiten” wieder in seinen 240-Wörter-Pro-Minute-Rhythmus zurückfallen lassen möchte.

Aber ernsthaft: Mein Problem besteht nicht darin, zur Kenntnis zu nehmen, daß auch bestimmte elementare Kulturtechniken trainiert werden können. Das ist trivial, und jeder tut es, der regelmäßig viel liest; wer viel liest, liest schneller. Meine Frage ist vielmehr, ob die Aufnahme einer Textseite innerhalb von zweieinhalb Sekunden wirklich dem entspricht, was wir unter Lesen verstehen. Ich will gerne einräumen, daß es tatsächlich gelingen mag, mit einem „Überblick” über eine Seite sich einzelne Informationen zu verschaffen oder ihr einen Sinn zu entnehmen. Aber ist das alles? Besteht nicht die Gefahr zu überschätzen, was man erfaßt hat?

Texte sollen Inhalte vermitteln. Beim Lesen entstehen aus einzelnen Informationen Kenntnisse, bildet sich Wissen; oder es entstehen Annahmen, die noch nicht zu verbindlichem Wissen werden können, im Kontext aber ihre Bedeutung haben. 

Zwischen vagen und zuverlässigen Informationen gibt es alle denkbaren Übergänge, die man erkennen und beurteilen können muß, um Textinhalte zu verstehen. Gute Texte vermitteln dies, manchmal auf subtile Weise. Die verbalen und stilistischen Elemente unserer Sprache geben uns ein breites und reiches Repertoire an die Hand, Fakten oder Geschehnisse in der ihnen angemessenen Differenzierung darzustellen, respektive aufzunehmen. Erst die Gesamtheit des Geschriebenen kann das dem Autor vorschwebende Bild vermitteln; erst dann ist es „autorisiert”. Gelingt dem Leser, dies alles aufzunehmen, zu werten und zu verarbeiten, hat er effizient gelesen. Damit ist allerdings Effizienz aus der Sache heraus zu definieren, nicht als rein zeitökonomisches Element.

Von Kindern sagt man, daß sie sich mit dem Lesen eine eigene, innere Welt bilden, eine Welt der Vorstellungen und Phantasien. Sie füllen eine imaginäre Bühne mit Figuren und Kulissen, bis das Spiel perfekt ist. Deshalb lesen (oder hören) sie so gerne immer wieder die gleiche Geschichte, bevor sie sich für die nächste entscheiden. 

Bei Erwachsenen ist dies nicht viel anders; nur sind die geübter im Umsetzen der Textinhalte. Aber auch sie entwickeln im Lesen eigene Bilder. Vielleicht ist dies vergleichbar mit dem Hören von Musik beim Lesen von Noten, zu dem Musiker befähigt sind. Wir alle kennen die Enttäuschung, die wir beim Betrachten eines literarischen Films erleben, wenn wir das ihm zugrundeliegende Buch kennen und lieben und andere bildliche Vorstellungen entwickelt hatten.

Lesen ist ein höchst individueller Vorgang. Jeder Leser braucht für einen Text seine eigene Zeit, hat seinen eigenen Rhythmus. Denn wir lesen auch zwischen den Zeilen; die Gedanken wandern, einzelne Textteile oder auch nur Worte lösen Assoziationen aus und veranlassen uns, unter Umständen ganz Neues zu denken. Denn die Auseinandersetzung mit dem Text ist immer dialogisch; die Erkundung des Inhalts bedeutet nicht nur, Fakten aufzunehmen, sondern sich auch mit der Denkweise eines anderen zu beschäftigen. Darin liegen die kreativen Ansätze des Lesens. Im Lesen verbinden sich ratio und emotio. Dies ist der Grund für seinen besonderen kulturellen Wert.



Kurzer Auszug eines Aufsatzes nebst »Literatur« aus der Neuauflage 2002 der »L.I.E.S.« • Fachschrift für Lesen-Innovation & Ergnomie-Studien der »DGfbL • Deutsche Gesellschaft für berufliches Lesen e.V.« • gemeinnützig zur Förderung von Wissenschaft und Forschung:

Lesen mit 10- bis 40-facher Geschwindigkeit: 'Impossible' speeds

Von Frank Rosenbauer

Bereits in den 50er Jahren wurden 'unmögliche' Aufnahmegeschwindigkeiten gemessen, wobei sich dem herkömmlichen Lesen vergleichbare Leistungen ergaben. Wer weiß, wie das Lesen funktioniert, vermag daraus abzuleiten, wieso Schnell-Lesen möglich ist. Der Autor beschreibt dies unter anderem anhand der medizinisch-psychologischen Modelle aus »Effizient lesen« sowie »Effizient und schneller lesen«.

Der Autor Frank Rosenbauer M.A., Journalist DJV, ist Gründungsmitglied der DGfbL • Deutsche Gesellschaft für berufliches Lesen e.V. • gemeinnützig zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. Über viele Jahre hinweg recherchierte und publizierte er zu dem Thema »Schnell-Lesen« • »das Turbo-Lesen«. »Reading at 'Impossible' Speeds« lautet der Titel des von G. Harry McLaughlin 1969 im Heft 12 des »Journal of Reading« verfaßten Aufsatzes.

Der Schwingfinger Foto: G+F Wefers

Literatur:
1Michelmann, Rotraut und Walter Uwe: Effizient lesen. Wiesbaden 1995
2Michelmann, Rotraut und Walter Uwe: Effizient und schneller lesen. Reinbek 1998
3Hogrefe, Werner: Lesen - 56fach schnell? Ein Erfahrungsbericht. In: Anwaltsblatt 1/1997, Seiten VIII und XV
4Paulini, Kurt: Erfahrungsbericht Schnell-Lesen. In: Der Pathologe 1/1996, S. 105-106
5Grafe, Eduard: Erlebnisbericht: Schnell-Lesen als Jurist. In: Monatsschrift für Deutsches Recht 8/1996, S. 774
6Rossa, Richard: Gründlich lesen in Minuten, wofür andere Stunden brauchen. In: Elektronik 3/1991, S. 142-145
7Böhm, Petra: Lesen wie im Flug. In: Methodik III/1991, S. 175-177
8Smith, Pete: »... die Kunst des Schnell-Lesens: Wer fleißig trainiert...« In: Ärzte-Zeitung 68/90, S. 26
9Dörner, Dietrich: Geleitwort zu »Effizient lesen«. In: (1), S. 5-6
10Handelsblatt 2./3.5.1997, Seite K3: »Ein Faust-Zitat ziert den Small talk«



Evelyn Wood
»Dynamisches Lesen: Wie ein Film«

Verblüfft sah die Pädagogik-Elevin ihren Prüfer Dr. C. Lowell Lees an. Der Professor an der Universität von Utah (USA) hatte, wie Evelyn Wood jetzt beschrieb, »meine ganze Diplom-Arbeit, immerhin 80 Seiten, in nur wenigen Minuten gelesen und begann sofort mit der Diskussion über Detailfragen«. Heute [dieser SPIEGEL-Beitrag erschien 1969], 24 Jahre danach, liest mehr als eine halbe Million Menschen, wie Professor Lowell Lees las; Evelyn Wood hat es ihnen beigebracht.

In zwölfjähriger Forschungsarbeit entwickelte sie ein System für »Dynamisches Lesen«, das heute in 120 US-Lese-Instituten und seit einem Vierteljahr auch in Deutschland gelehrt wird, in Frankfurt an dem von Amerikanern eingerichteten »Institut für dynamisches Lesen«.


Quelle: DER SPIEGEL, Nr. 2/1969, Seite 155f.


Der vollständige Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung des SPIEGEL-Verlags in der Neuauflage 2002 vom September 1998 der Fachschrift für Lesen-Innovation & Ergonomie-Studien - L.I.E.S. der DGfbL e.V. nachgedruckt.




Der folgende Bericht von Rechtsanwalt Christian Krumrey aus Peine • Grüdungsmitglied der DGfbL • Deutsche Gesellschaft für berufliches Lesen e.V. • gemeinnützig zur Förderung von Wissenschaft und Forschung • erschien in der THESE • Ausgabe 69 vom März 2008 • Forum im Netzwerk für Promovierende und Promovierte »Thesis e.V.« Die Präsentation hier (seit 2005) hat die freundliche Genehmigung des Autors.

Optimierung der Lesearbeit durch Schnell-Lesen • Raus aus dem Aktenstau!

Von Christian Krumrey

Die Überschrift »400 Seiten in 40 Minuten« im FOCUS konnte ich nicht übersehen. Also archivierte ich den interessanten Bericht. Einige Jahre später befand ich mich im Studium und erkannte, daß die enormen Mengen an Lesestoff nicht so ohne weiteres zu bewältigen wären.

Ich entschied mich für Optimierung meiner Arbeitstechniken und das Erlernen neuer »Skills«. Über ein Buch von OTT entdeckte ich das Thema »Leseoptimierung«. Übungen zur Blickspannenerweiterung brachten mich jedoch nicht weiter. Dann erinnerte ich mich an den FOCUS-Artikel und recherchierte. Jetzt wollte ich wissen, was unter „Schnell Lesen bei den Michelmanns“ zu verstehen sei. Ein erstes Telefonat machte mich neugierig. Die Aussicht, enorme Mengen an Information in kurzer Zeit aufnehmen zu können, faszinierte mich. Nach einem persönlichen Gespräch in Windeck entschied ich mich, mit dem »Schnell-Lesen-Training« zu beginnen. Schon von den ersten Resultaten war ich begeistert. Heute nutze ich die Fertigkeit SCHNELL-LESEN für die Bewältigung des beruflichen Alltags.

Während des Studiums war es nicht nur angenehm, sondern auch hilfreich neben den Jura-Skripten zusätzlich den MEDICUS oder den LARENZ ergänzend zu lesen. Artikel in Fachzeitschriften konnten nicht mehr nur schnell überblättert oder quer gelesen, sondern mit der Slalom-Technik des Schnell-Lesens mehrmals wiederholt und vertieft werden. Regelmäßig die NJW oder andere juristische Zeitschriften zu lesen und die vielen Änderungen der Rechtsprechung mitnehmen zu können war Wirklichkeit geworden. Ferner ermöglichte mir der Zeitgewinn, neben meinem Studium als Ratsherr im Stadtrat von Mölln mitzuarbeiten. Für das Durcharbeiten der vielen Protokolle war ich bestens gerüstet.

Noch mehr aber konnte ich nach meinem Studium mit der Technik des Schnell-Lesens, kombiniert mit der METHODE TEXTBILD, erreichen. Während der Wartezeit zwischen dem Ersten Staatsexamen und dem Referendariat begann ich für eine Anwaltskanzlei zu arbeiten. Das Schnell-Lesen half mir, mich schnell in die Akten einzulesen und mich parallel mit juristischen Innovationen aus der NJW und anderen Fachzeitschriften zu versorgen. Die Möglichkeit, zügig und sicher große Mengen an Information zu verarbeiten, erlaubte es mir darüber hinaus, für zwei Unternehmen eine Rechtsabteilung aufzubauen und schließlich sogar den Vorsitz des Aufsichtsrates für eine Aktiengesellschaft zu übernehmen. Daneben arbeitete ich als Vorstandsmitglied bei der Mittelstandsvereinigung in Niedersachsen mit und bin bis heute Dozent für Recht einer Fachakademie in Berlin sowie an einer Wirtschaftsakademie tätig.

Die Früchte der nunmehr 10jährigen Erfahrung als aktiver Schnell-Leser ernte ich noch immer und insbesondere seit meiner Zulassung zum Rechtsanwalt. Der Lesestoff geht mir aufgrund meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt in einer Notariatskanzlei und Leiter der Rechtsabteilung für einen Verband der Automobilindustrie nicht aus. Neben den Akten fordern mich auch die wöchentlich und monatlich erscheinenden Fachzeitschriften heraus. Im Vergleich zum herkömmlichen Lesen kann ich täglich etwa zwei Stunden Zeit durch schnelleres Lesen gewinnen. Hierdurch habe ich zwar nicht mehr Freizeit, bin jedoch in der Lage, mir meine Doppelbelastung als Rechtsanwalt und Leiter einer Rechtsabteilung gut zu organisieren. Sehr oft wird mir klar, daß meine 1997 getätigte Investition sich bis jetzt nicht nur gut verzinst hat, sondern längst in die „Gewinnzone“ gelangt ist. Lange Zeit habe ich über meine zusätzliche Fertigkeit „Schnell-Lesen“ gegenüber anderen Kollegen nicht viel gesprochen. Mittlerweile bin ich aber von dem Nutzen dieser zusätzlichen Lesefertigkeit so begeistert, daß ich gerne anderen Kollegen meine Erfahrungen und Erlebnisse mit dem täglichen Schnell-Lesen weitergeben möchte, damit der Aktenstau und das Informationsdefizit der Vergangenheit angehören.


Der Autor, Diplom-Jurist und Rechtsanwalt Christian Krumrey aus Peine, Gründungsmitglied der DGfbL e.V., besuchte 1998 einen Individualkurs der Schnell-Lesen-Praxis Michelmann in Windeck (Sieg). Der Bericht, der ihm den Anstoß dazu gab, erschien im ersten Jahrgang des FOCUS (1993, Heft 40, Seite 132. Sein Bericht »Optimierung der beruflichen Arbeit durch Schnell-Lesen • Raus aus dem Aktenstau!« erschien zuletzt im Mitgliederforum der THESE • Ausgabe 69 vom März 2008 im Netzwerk für Promovierende und Promovierte »Thesis e.V.«.

Windeck-Leuscheid, im Oktober 2019